Fotos: Andreas Stuckenschneider

DOUGLAS SHERAN & TORSTEN HOLZAPFEL

12.02. - 19.03.2016

 

 

Die DIRECT ART GALLERY eröffnet die Ausstellung Nº 8 im Rahmen des „Duesseldorf Photo Weekend 2016“, an dem sich zahlreiche Galerien, Museen und Institutionen Düsseldorfs beteiligen. Präsentiert werden Werke von Douglas Sheran und Torsten Holzapfel.

 

Douglas Sheran wurde 1941 in Kalifornien geboren und lebt und arbeitet in San Francisco. Seine Werke sind Ergebnisse einer intensiven Beschäftigung mit der menschlichen Gestalt, die sich selten ausschließlich auf körperliche Merkmale beschränkt. Die Serie, die während des Photo Weekends zu sehen ist, verdeutlicht Sherans Spiel mit menschlichen Formen, die vielmehr über das Innere als das Äußere der Figuren zu sagen vermögen. Sheran verwendet die Methode der Übermalung und nimmt inszenierter Werbefotografie ihre kommerzielle Ausrichtung. Mit wenigen, zum Teil sehr breiten, gestischen Pinselstrichen verleiht Sheran den glatten Werbemodels eine Bewegtheit, die über die physische Beschaffenheit des Körpers hinausgeht. Obwohl die Gesichter der Fotografien zum Teil oder auch ganz übermalt sind und die Physiognomie der abgelichteten Models kaum mehr zu erkennen ist, vermitteln die neu entstandenen Subjekte individuelle Züge. Sheran verliert sich nicht in einer detaillierten Gestaltung der Oberfläche sondern definiert die Essenz der Wesen durch wenige markante Striche. Die Abstrahierung der einem Schönheitsideal entsprechenden Vorbilder durch einen zum Teil expressiven Duktus, stattet Subjekte mit einer Bewegtheit und Miene aus, die auf ihre Innerlichkeit schließen lassen. Die Kombination aus Bildausschnitt und akzentuierter Betonung des Gesichts schafft eine Unmittelbarkeit und Nähe zum Betrachter. Nicht fern scheint der Gedanke an das Einhauchen von Leben im animistischen Sinne.

 

Auch Torsten Holzapfels Werke sprechen eine Sprache der Unmittelbarkeit. Doch im Zentrum seiner Arbeit steht nicht das Auflösen von inszenierter Fotografie sondern im Gegenteil: das inszenierte Selbst. Der Künstler transferiert Fotografien und digitale Collagen auf großformatige Leinwände, legt mehrere Schichten übereinander und übermalt einzelne Bereiche mit Acrylfarbe. Der zumeist nackte Körper seiner Selbstdarstellungen wird auf diese Weise von seiner Umgebung isoliert und erhält stattdessen abstrakte und doch assoziationsreiche Mittel- und Hintergründe.

 

Mit dem Betrachten seiner eigenen Entblößung als unbeteiligter Dritter und das Veröffentlichen seines isolierten Körpers, sucht Holzapfel neue Bezüge zu seinem Körper, den er aufgrund traumatischer Erfahrungen verachtet. Holzapfel nimmt Posen ein, die zum Teil an Mapplethorpes erotische Akte denken lassen. Insbesondere das Werk „Ich in Bad“ stellt Holzapfels Selbstporträt in einer derartigen Pose dar. Die Profilansicht zeigt den Künstler mit herangezogenen Beinen und angewinkelten Armen. Licht- und Schattenverläufe machen deutlich, dass die inszenierte Aufmerksamkeit vor allem auf den Schultern, dem Oberkörper, dem Gesäß und den Beinen, weniger auf dem Gesicht des Künstlers liegt. Doch ist es nicht der ästhetische, muskeldefinierte Körper, den Holzapfel inszeniert, sondern seine eigene reale Körperlichkeit. Trotz des gestellten Aktes geht damit eine unmittelbare Darstellung des inszenierten Selbstporträts einher.

 

 

DIRECT ART GALLERY

 

Die DIRECT ART GALLERY ist eine gemeinnützige Galerie zur Förderung von Künstlerinnen und Künstlern mit psychischem oder geistigem Handicap. Sie wird von der Aktion-Kunst-Stiftung betrieben und ist im Galerien- und Museenzentrum Düsseldorfs verortet. Neben Werken aus dem klassischen Outsider-Bereich präsentiert die DIRECT ART GALLERY junge, zeitgenössische Positionen.