Fotos: Andreas Stuckenschneider


INTIME 2 SELECTION

06.11. - 19.12.2015

 

 

Mit der Ausstellung Nº 7 „inTime2 Selection“ präsentiert die DIRECT ART GALLERY eine Auswahl an Werken von fünf Outsider-Positionen, die für den Aktion-Kunst-Preis 2015 von einer Fachjury nominiert wurden. Mit einer großen musealen Preisausstellung würdigte die Aktion-Kunst-Stiftung die diesjährigen Preisträger und nominierten Künstler in dem Museum Abtei Liesborn in Westfalen. Zu der Ausstellung erschien eine umfangreiche Publikation.

 

Die Preisträgerin des Aktion-Kunst-Preises 2015 ist die Künstlerin Stefanie Bubert. Mit schnellem, expressivem Strich bringt sie abstrakte Formen auf das Papier. Die ebenso gestische Formensprache ihrer Bezeichnungen „Kaffee“, „Brille“, „Es schneit Viele“ geben dem Betrachter eine Idee der abstrakten Darstellung. Die Form wird zur Idee und die Bezeichnung der Form selbst zu einem Teil der Komposition und damit zur Form.

 

Die Zeichnungen des zweiten Preisträgers Lars Otten zeigen komplexe Systeme aus meist parallel verlaufenden Strukturen, die sich zu einem strengen Raster verdichten und trotz ihrer Parallelität eine freie Bewegung zulassen. Im Zentrum der Zeichnung stehen reduzierte Figuren, die sich berühren und vernetzen. Das besondere Augenmerk liegt auf der akzentuierten Komposition, die durch das intensive Verdichten von Formen oder das Freilassen der Bildfläche entsteht. Ottens Collagen zeigen ein komplexes Spiel mit Größenverhältnissen und anatomischer Genauigkeit bis zur völligen Auflösung perspektivischer Gesetze.

 

Olga Mezencevas Werke bewegen sich auf der Grenze zwischen reduzierter Figürlichkeit und komplexer Abstraktion. Geometrische, zumeist rechteckige Formen füllen das gesamte Blatt, überlagern sich und schaffen aufgrund ihres intensiv deckenden, zum Teil pastosen Farbauftrags eine aus vielen Schichten bestehende Bildtiefe. Einige der Formen werden zu Köpfen. Zwei übereinander liegende Rechtecke bilden Münder eines immer gleichen, emotionslosen Ausdrucks. Die Ausrichtung der weiblichen Figuren variiert stark. Die Augen von kopfüber aneinander gereihten Köpfen werden durch den unteren Bildrand abgeschnitten oder überlagert. Dem Betrachter wird die Destruktion des Körper gewahr.

 

Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen von Andreas Fink zeigen auf den ersten Blick eine Aneinanderreihung abstrakter Formen, die in ihrer minutiösen Ausführung ornamentalen Charakter erhalten. Zum Teil werden diese Strukturen zu einem dichten Geflecht, dessen Elemente sich nur bei näherer Betrachtung in die einzelnen Elemente, wie Rundbögen, Kreise und Dreiecke zerlegen lassen. Doch auch die freie, ausladende Geste wird zum Teil der Komposition und kontrastiert mit dichten, tief schwarzen Bereichen der Werke. Die freien, abstrakten Zeichnungen werden aufgrund ihrer Titel, ihrer Grundkomposition und der Imagination des Betrachters zu „Geparden“, „Seepferdchen“ oder „Zebras“.

 

Die reduzierten Zeichen von Markus Zumpe sind ebenso abstrakt und wecken dennoch Assoziationen. Sie scheinen Fragmente von Körpern und Landschaften zu sein, die er mit Graphit über die Bildfläche streut. Auch Schriftzeichen kommen zum Einsatz. Erst durch die darüber liegende Schicht aus Öl- und Pastellkreide schafft Zumpe akzentuierte Kompositionen. Die Farben scheinen die formgebenden Zeichnungen zu missachten und werden somit zu autonomen Farbflächen, die einerseits fließend ineinander übergehen und sich andererseits kontrastreich voneinander abgrenzen, sodass farbige Zeichenlandschaften entstehen.

 

 

DIRECT ART GALLERY

 

Die DIRECT ART GALLERY ist eine gemeinnützige Galerie zur Förderung von Künstlerinnen und Künstlern mit psychischem oder geistigem Handicap. Sie wird von der Aktion-Kunst-Stiftung betrieben und ist im Galerien- und Museenzentrum Düsseldorfs verortet. Neben Werken aus dem klassischen Outsider-Bereich präsentiert die DIRECT ART GALLERY junge, zeitgenössische Positionen.