Aaron Fahlefeld





Fotos: Mechthild Kirchner

SILENT MOTION

30.01. - 14.03.2015

 

 

Die DIRECT ART GALLERY eröffnete die Ausstellung Nº 3 „Silent Motion“ im Rahmen des „Duesseldorf Photo Weekend 2015“, an dem sich zahlreiche Galerien, Museen und Institutionen Düsseldorfs beteiligten. Präsentiert wurden Fotografien von Aaron Fahlefeld und Gotthard Graubner sowie Zeichnungen von Wolfgang Orend.

 

Bewegung, die nicht aktiv und laut, sondern still ist, die weniger einen dynamischen Prozess, als vielmehr einen Erfahrungsraum für Künstler und Betrachter darstellt, verbindet die Werke der Gruppenausstellung „Silent Motion“.

 

Aaron Fahlefelds Fotografien sind Experimentierfelder künstlerischen Ausdrucks. In ihnen verschleiert der Künstler die Grenze zwischen Realität und Fiktion. Es ist nicht der Ort der Erinnerung, den Fahlefeld mit Hilfe der Fotografie festzuhalten versucht. Die Fotografie als Abbild und damit dokumentarisches Zeugnis der Wirklichkeit ist zweitrangig. Vielmehr geht es Fahlefeld um die Verschleierung und Neugestaltung des Ortes. Mit Lichtquellen schreibt er abstrakte Formen in die Dunkelheit, die freie und bewegte Farbkompositionen erzeugen. Nur in Raum und Zeit kann Bewegung entstehen, weshalb der zeitliche Aspekt des langen Belichtens einen wichtigen Bestandteil in Fahlefelds Arbeit darstellt. Sieht man Fahlefelds Serien als Einheit, so wird das Spiel des Verbergens und Freilegens konkreter Situationen deutlich. Zum Teil erscheint Fahlefeld selbst in seinen Fotografien, mal doppelt, meist schemenhaft. Seine verklärte Präsenz erscheint flüchtig, ganz so, als sei er zufällig in das Bild geraten.

 

Gotthard Graubners Schwarz-Weiß-Fotoserie „Bhutan“ ist 1976 in einem buddhistischen Kloster, dem Wangdiphodang in Bhutan entstanden. Mit einer Kleinbildkamera erfasste Graubner in zehn Bildern die rituellen Tänze der Mönche. Flüchtige Sequenzen entstanden, die das spirituelle Geschehen leise und unmittelbar aufzeichneten. Aus der Perspektive eines unauffällig in der Ecke hockenden Beobachters schuf Graubner innerhalb weniger Minuten intime Aufnahmen. Seine Augen stets auf das Geschehen gerichtet, bediente er den Auslöser der Leica. Die entstandenen Fotografien sind Zeugnis des erlebten Rituals und bringen die Atmosphäre des halbdunklen, heiligen Ortes zum Ausdruck. In der Abfolge der zehn Aufnahmen kann der Betrachter der Entwicklung vom rituellen Gebet bis hin zum bewegten Tanz nachspüren. Auch bei Graubner ist die zeitliche Dimension ein wichtiges Mittel zur Darstellung von Bewegung in der Abfolge seiner Fotografien.

 

Wolfgang Orends Zeichnungen gehen häufig von einem Strich geführten einfachen Menschen aus, dessen Körperstruktur den Jahresringen eines Baumes gleicht. Wie eingehüllt erscheinen diese Körper und sind dennoch nicht statisch. Orend führt die Linien der ‚Kokons‘ wellenförmig um ihren menschlichen Kern. Stets enden die umhüllenden Linien in ihrem Anfang. Die Ummantelungen schaffen eine neue Form der Bewegung, lassen Berührungen der Dargestellten zu und bieten sensible Schutzräume.

 

 

DIRECT ART GALLERY

 

Die DIRECT ART GALLERY ist eine gemeinnützige Galerie zur Förderung von Künstlerinnen und Künstlern mit geistigem oder psychischem Handicap. Sie wird von der Aktion-Kunst-Stiftung betrieben und ist im Galerien- und Museenzentrum Düsseldorfs verortet. Neben Werken aus dem klassischen Outsider-Bereich präsentiert die DIRECT ART GALLERY junge, zeitgenössische Positionen.